Datensammlung

Es gibt drei verschiedene Datenarten, die wir sammeln möchten:

  • Wasserstand
  • Abfluss
  • Bodenfeuchte

 

Wasserstand

Für die Erhebung des Wasserstandes sollen TeilnehmerInnen den momentanen Wasserstand des jeweiligen Flusses oder Baches mit einem früheren Wasserstand auf einem Foto vergleichen. Diesem Foto wurde eine virtuelle Messlatte hinzugefügt, welche in zehn Wasserstandskategorien unterteilt ist. Das folgende Bild zeigt ein Beispiel eines Fotos mit einer solchen virtuellen Messlatte. Diese hinzugefügte Messlatte soll in etwa die typische Bandbreite zwischen Niedrig- und Hochwasser dieses Gewässers abdecken.

 

Abfluss

Der Abfluss ist schwierig abzuschätzen. TeilnehmerInnen werden daher gebeten einzelne Komponenten, mit denen der Abfluss berechnet werden kann, abzuschätzen. Diese Komponenten sind: die Breite des Baches (an einem bestimmten Querschnitt des Baches), die mittlere Tiefe des Baches (an demselben Querschnitt), die Fliessgeschwindigkeit und der Materialtyp des Bachbettes. Die Fliessgeschwindigkeit kann mithilfe der sogenannten Pu-Stecken Methode gemessen werden. Für diese Methode wird ein Stecken oder ein Blatt in den Bach geworfen und die Zeit, welche der Stecken benötigt, um eine vordefinierte Distanz flussabwärts zu fliessen, wird gemessen. Dies ergibt eine Geschwindigkeit in Metern pro Sekunde (m/s), die Standardeinheit für Fliessgeschwindigkeiten. Für ein Video über die Pu-Stecken-Methode, welche nach Pu dem Bär benannt ist, klicke hier. Für alle, die es eilig haben: der Teil des Videos, welcher das Spiel erklärt, beginnt bei Minute 3:13. Der Materialtyp des Bachbettes kann verwendet werden, um die Rauigkeit des Bachbettes und somit die Reibung abzuschätzen. Grobes Material hat eine höhere Rauigkeit und erzeugt somit eine stärkere Reibung, was bedeutet, dass die Fliessgeschwindigkeit geringer ist. Dafür ist die durchschnittliche Grösse des Materials im Bachbett wichtig (die möglichen Kategorien sind Sand, Kies, Geröll, Felsblöcke und Felsuntergrund), nicht jedoch Schwebstoffe oder Material welches im Bach schwimmt. Die Grafik unten stellt die Komponenten Breite, mittlere Tiefe und Materialtyp dar.

 

Bodenfeuchte

Für die Bodenfeuchte wurde eine beschreibende und einfach zu verwendende Skala entwickelt (Rinderer et al. 2012). Wir haben sie für den Gebrauch in der App angepasst und neue Symbole entwickelt. TeilnehmerInnen können zwischen sieben Klassen der Bodenfeuchte wählen, die von „so trocken, eine Stofftasche wird nicht nass, auch wenn sie über längere Zeit am Boden steht“ bis „so nass, dass das Wasser bereits auf der Bodenoberfläche steht“ reichen. Eine achte Klasse wurde eingeführt um Regen-, oder Schneefall abzudecken, da es während Niederschlag oder wenn Schnee liegt, keinen Sinn macht die Bodenfeuchte abzuschätzen. Die acht Kategorien werden in der folgenden Grafik dargestellt.

Quellen

Bergeron, T., 1960. Operation and results of “‘Project Pluvius.’” In Physics of Precipitation, Geophys. Monogr., No. 5. Amer. Geophys. Union, pp. 152–157.

Bergeron, T., 1949. The problem of artificial control of rainfall on the globe. Part II: The coastal orographic maxima of precipitation in autumn and winter. Tellus, 1, pp.15–32.

Johnson, M.F. et al., 2014. Network environmentalism: Citizen scientists as agents for environmental advocacy. Global Environmental Change, 29, pp.235–245. Available at: http://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/S0959378014001733.

Rinderer, M. et al., 2012. Sensing with boots and trousers – qualitative field observations of shallow soil moisture patterns. Hydrological Processes, 26(26), pp.4112–4120. Available at: http://doi.wiley.com/10.1002/hyp.9531.